Lütkenbeck sagt zum Abschied leise „Servus“

Am Sonntag fand in Lütkenbeck ein großes Abschiedsfest statt. Nach nur knapp einem Jahr hat die Stadt überraschend entschieden, die Britenhäuser zu räumen und die bisher hier lebenden 150 Flüchtlinge an andere Standorte zu verlegen. Rund 100 Menschen werden bereits in den nächsten Wochen in andere Unterkünfte umziehen. Und auch das letzte Drittel wird nur maximal bis März 2017 in Lütkenbeck verbleiben, dann sollen die Häuser endgültig vermarktet werden.

Doch statt Erleichterung über den Wegzug der Flüchtlinge legt sich Wehmut über die Siedlung. „Es sind Freundschaften zwischen den Alteingesessenen und den Flüchtlingen gewachsen und unsere Sorge ist, dass diese Freundschaften durch den Umzug in andere Unterkünfte leiden könnten“ sagt Daniela Mecheln, Koordinatorin der Ehrenamtlichen Helfer der Flüchtlingshilfe. „Wir haben deshalb in den letzten Wochen intensiv daran gearbeitet, die vorhandenen Beziehungen in ein Patenschaftsmodell münden zu lassen, damit die Flüchtlinge in den neuen Unterkünften nicht wieder bei Null anfangen müssen.“

Dadurch, dass in den neuen Unterkünften ganz unterschiedliche Träger im Einsatz sind, wird die Arbeit nicht gerade erleichtert. „Wir kennen unsere Flüchtlinge gut, wissen, wer an einem offiziellen Sprachkurs teilnimmt und wer schon in Gesprächen mit dem Jobcenter ist“, sagt Sarah Wagener, zuständige Sozialarbeiterin vom Arbeitersamariterbund (ASB). Dieses Wissen an die Sozialarbeiter in den neuen Unterkünften weiterzugeben, wäre ihr ein Anliegen, um Verzögerungen durch den Umzug auf ein Minimum zu beschränken. Die Bürokratie macht das jedoch nicht einfach.

Als vor knapp einem Jahr rund 150 Flüchtlinge in leerstehende Häuser der BIMA im Stadtteil Lütkenbeck einzogen, war die Skepsis groß, wie überall. Doch bereits nach kurzer Zeit konnte unter der Schirmherrschaft der Flüchtlingshilfe Münster Ost, Mauritz, ein großes Netz an Ehrenamtlichen organisiert werden, das Sprachkurse gab, Kinder betreute und zuletzt auch vermehrt nach Wohnungen für die Flüchtlingsfamilien suchte. Das ausgeprägte nachbarschaftliche Zusammengehörigkeitsgefühl hat schließlich dazu beigetragen, dass hier – sicher noch mehr als woanders – Freundschaften mit den neuen Nachbarn entstanden. Eigentlich ein Beispiel für Integration wie aus dem Bilderbuch.

Das Fest zum Abschied stand daher auch ganz im Zeichen dieser Freundschaften. Alle hat Essen mitgebracht und Groß und Klein feierten die gute Zeit, die sie zusammen gehabt haben. Und die sie noch haben wollen, bis der letzte Flüchtling Lütkenbeck verlassen hat. Wie bei Freunden, denen man mit Wehmut hinterherwinkt und hofft, dass sie mal wieder zu Besuch kommen.

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